Caminos

Hier finden sich die bisher gelaufenen Jakobswege:

Vila Praya de Ancora auf dem Weg nach Santiago auf dem Camino Portugues

Einige grundsätzliche Überlegungen zum Thema „Camino“ und der Pilgerei.

Spätestens seit „Ich bin dann mal weg“ boomt diese Art, längere Strecken am Stück zurückzulegen, zumeist bzw. ausschließlich auf sogenannten „alten“ Routen. In kaum einer anderen Nische wird allerdings dermaßen mit harten Bandagen gekämpft, wie bei denen, die meinen, sie seien auf dem rechten Weg…
Beispiele gefälligst? Gerne. „Bist du gut „IM WEG ANGEKOMMEN?“, bist du ein „ECHTER PILGER?“ usw. Das sind ernstgemeinte Fragen, die uns schon gestellt worden sind. Wie bitte, kommt man AUF dem Weg an? Bin ich ein echter Pilger, wenn ich ein Holzkreuz in Originalabmessungen mitschleppe? Was, wenn ich Funktionsunterhosen trage? Bin ich dann ein unechter Pilger, weil man im Mittelalter keine Merinohosen hatte? Wenn ich eine Etappe mit dem Bus fahre oder fahren muss (vielleicht bin ich ja krank?), was dann? Dann ist man ganz schnell „kein echter Pilger“ mehr, nimmt den ECHTEN den Platz in einer Herberge weg und überhaupt, selbst mit der Pilgerreise kann man das wohl nie wieder gut machen.
Übertrieben? Leider nein. Man braucht entweder ein dickes Fell oder die ersten paar Tage lässt man sich eines wachsen. Zudem kriegt man brühwarm Geschichten aufgedrückt, die ein „Normalo“ nur nach 10 Sitzungen seinem Psychologen erzählen würde. Das Ganze bei einem Kaffee, wo man dummerweise keinen freien Tisch mehr bekommen hat. Nicht falsch verstehen, jeder hat seine Gründe unterwegs zu sein. Unangenehm wird es einfach dann, wenn man sein Sendungsbewusstsein ungefragt auf Menschen, die man nicht kennt ausdehnt.
Warum dann trotzdem „pilgern“? Man könnte doch einfach einen anderen Fernwanderweg nehmen, es gibt mittlerweile in ganz Europa schöne Strecken.
Da ist zum einen die Infrastruktur (echte Pilger bitte nicht mehr weiterlesen): In fast jedem Ort hat es eine Herberge, man muss nichts buchen, läuft einfach so lange, wie einen die Füße tragen. Dazu kommen, je nach Camino, das Meer, dann das Flair eines „fremden Landes“, aber immer noch in Europa und… (echte Pilger können wieder einsteigen) durchaus auch eine kulturell-spirituelle Komponente. Wer in einem westeuropäischen Land sozialisiert wurde, der gehört(e) in aller Regel einer der beiden großen Kirchen an und ob man es wahrhaben will oder nicht: Es gibt mehr als die Feiertage, was uns – oft als unbewusste Beigabe aus der Kindheit – diesem Kulturkreis angehörig machen. Einen der Pilgerwege zu gehen, kann einem also durchaus die eigenen Einstellungen und inneren Bilder zugänglich machen… Dazu kommen noch die sakralen Bauten unterwegs, von der kleinen Kapelle mitten im Nichts bis zu Kathedrale.
Verbunden mit dem Körperlichen und den unterwegs entstehenden „Riten“ kann einem dies eine tiefe Zufriedenheit und noch tiefere Einsichten in das eigene Leben geben.
Spätestens nach einer Woche täglichem Fortbewegen auf den eigenen Beinen, gepaart mit den so einfachen wie banalen wiederkehrenden Verrichtungen, wie z.B.Wäsche waschen, Essen zubereiten etc. lernt so mancher, der sonst das spartanisch Leben nicht so aus erster Hand kennt, wieviel Zufriedenheit dadurch entsteht, dass man nicht mehr hat, als das was man auf seinem Rücken mit sich trägt.
Abschließend nochmals der Hinweis: Just my 2 cents….

Hier finden sich also unserer Caminowanderungen. Da es doch mittlerweile schon einige sind, bitte etwas Geduld, nach und nach wird der „Altbestand“ eingestellt. Die nächsten neuen Wanderungen haben allerdings Vorrang. Wir versuchen dann möglichst aktuell die einzelnen Etappen einzustellen.
Wie schon eingangs erwähnt, die Site stellt so etwas wie unser „Onlinereisetagebuch“ dar, sie dient in der Hauptsache zur Erinnerung. Die Berichte stammen i.d.R. aus unseren Reisetagebüchern und stellen UNSERE Sicht der Dinge dar, ohne irgend einen Anspruch darauf, dass diese Sicht geteilt werden muss.
Vielleicht findet ja der ein oder andere Anregungen. Bei Fragen gilt: Einfach fragen. Hier nochmals unsere Email:

caminotrekking(at)t-online.de

Wir freuen uns auf Rückmeldungen!

Übrigens, wir sind auch in Youtube, Instagram und Twitter!

2 Antworten auf „Caminos“

  1. Hallo Herr Weidauer,
    schön, dass unsere Seite Ihnen gefällt, das Kompliment einer angenehmen Unterhaltung gebe ich nur zu gerne zurück ! Und vielen lieben Dank für Ihre Buchtipps, kannte ich noch nicht. Ja, in der Tat, es ist schon eine etwa andere Art zu reisen, so völlig entschleunigt…
    Ihnen und – unbekannterweise auch Ihrer Frau – alles Gute und vor allem Gesundheit. Wer weiß, vielleicht treffen wir uns auf frische Meeresfrüchte in Montalivet oder in Saint Emilion auf einen Grand Cru,

    herzlichst
    Rüdiger

  2. Hallo Herr Schneider
    Wir haben uns Mitte Januar im Klinikum Mainz kennen gelernt. Die Unterhaltung mit Ihnen hat mir auf angenhme Weise die Wartezeit verkürzt. Dafür lieben Dank. Auch dafür dass Sie mir die Möglichkeit gegeben haben, Einblick zu nehmen in Ihre Art zu reisen bzw Länder zu erwandern.
    Ihr Internetauftritt war für mich sehr informativ und ich habe sowohl die Bilder , als auch die Berichte sehr genossen.
    Wenn Sie und Ihre Frau wieder einmal den Südwesten Frankreichs besuchen, hätte ich einen Buchtipp. Alexander Oetker. Er beschreibt in seinem Büchlein „Gebrauchsanweisung für Bordeaux und Atlantikküste“ Land und Leute u, vor allem Essen und Trinken. In seinen Krimis geht es nicht nur um Die Lösung des Kriminalfalls, sondern eben auch darum, wo ist es besonders schön, wo schmeckt Essen und Trinken besonders gut. Vielleicht ist auch in seinem Aquitaine Kochbuch die eine oder andere Anregung dabei.
    Ich hoffe die Ärzte konnten Ihrer Frau helfen und es steht weiteren schönen Reisen nichts im Wege.
    Mit freundlichen Grüssen
    Gerd Weidauer

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